Läusemuster stricken: Schritt für Schritt erklärt

Läusemuster

Läuse sind einzelne Maschen in einer Kontrastfarbe, gleichmäßig über eine Grundfarbe verteilt. Es ist das einfachste Farbmuster überhaupt und der beste Einstieg, um das Stricken mit zwei Fäden zu lernen.

Zwei FarbenStrickschriftSpannfäden auf der RückseiteIn Runden und in Reihen

Was ist ein Läusemuster

Eine Laus ist eine Masche in einer anderen Farbe als der Rest. Zwischen den Läusen strickst du die Grundfarbe. Die Läuse sitzen in festem Abstand, in der Breite wie in der Höhe, und bilden eine gleichmäßig gepunktete Fläche.

Der Name ist alt und ziemlich direkt: Die kleinen Punkte liegen verstreut über dem Gestrick wie Läuse. Deshalb heißt der Pullover mit diesem Muster auf Norwegisch lusekofte, und Mützen und Fäustlinge mit demselben Muster heißen luselue und lusevotter.

Das Läusemuster kann ein ganzes Kleidungsstück bedecken, steht aber meist in einem Feld: am Ärmel, über dem Rumpf, zwischen zwei Bordüren oder als Übergang zwischen einem dichten Muster und einem einfarbigen Teil.

Läusemuster stricken, Schritt für Schritt

Du strickst mit zwei Fäden in derselben Runde. Die Grundfarbe nennen wir B, die Läusefarbe L. Unter Den Faden halten findest du Hilfe, falls du noch nie mit zwei Fäden gestrickt hast.

  1. Halte B in der rechten und L in der linken Hand. Oder lege beide über den linken Zeigefinger, mit B näher am Fingernagel.
  2. Stricke mit B bis zur nächsten Läusemasche in der Strickschrift.
  3. Stricke die Läusemasche mit L.
  4. Lass L los. Der Faden hängt hinter der Arbeit.
  5. Stricke mit B bis zur nächsten Läusemasche. L liegt währenddessen locker auf der Rückseite.
  6. Wiederhole Punkt 3 bis 5 bis zum Ende der Runde.
  7. In Runden ohne Läuse strickst du nur mit B. Lass L am Rundenbeginn ruhen.
  8. Wenn L wieder gebraucht wird, verdrehe den Faden am Rundenbeginn einmal mit B. Dann liegt er dicht am Gestrick und nicht in einer losen Schlaufe.

Halte die Fäden im ganzen Feld auf dieselbe Weise. Wechselst du zwischendurch die Hand, verändern die Läuse ihre Größe.

Spannfäden und Fadenspannung

Der Faden, der hinter der Arbeit ruht, heißt Spannfaden. Er läuft von einer Laus zur nächsten. Der Spannfaden muss genauso lang sein wie die Maschen, hinter denen er liegt. Ist er kürzer, zieht er das Gestrick zusammen.

  1. Bevor du eine Läusemasche strickst, schiebst du die Maschen auf der rechten Nadel etwas auseinander. Sie sollen in voller Breite liegen.
  2. Stricke die Läusemasche, ohne an L zu ziehen.
  3. Sieh dir nach den ersten 10 cm die Rückseite an. Die Spannfäden sollen flach am Gestrick liegen, nicht straff wie eine Saite.

Wie lang dürfen die Spannfäden sein

Bei 3 oder 4 Maschen zwischen den Läusen sind die Spannfäden kurz, und du musst nichts weiter tun. Liegen mehr als 5 Maschen dazwischen, fängst du den Spannfaden in der Mitte ein:

  1. Lege L hinter der Arbeit über B.
  2. Stricke die nächste Masche mit B. L wird hinter der Masche festgehalten.
  3. Stricke weiter wie bisher.

Fang den Faden nicht in zwei aufeinanderfolgenden Runden an derselben Stelle ein. Sonst kann L auf der Vorderseite durchscheinen.

Warum das Läusemuster weniger zieht

In einem dichten Farbmuster wechselst du ständig die Farbe, und beide Fäden laufen hinter fast jeder Masche. Beim Läusemuster sind fast alle Maschen B. Das Gestrick verhält sich deshalb fast wie einfarbig glatt rechts, und die Maschenprobe ändert sich kaum. Nur L hat lange Spannfäden, und auf den musst du achten. Stricke die Maschenprobe trotzdem im Muster. Siehe Maschenprobe.

So liest du die Strickschrift

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Versetzte Läuse, Rapport über 4 Maschen und 4 Runden. Dunkles Kästchen = Läusemasche, helles Kästchen = Grundfarbe. Die Strickschrift zeigt zwei Rapporte nebeneinander.
  1. Ein Kästchen ist eine Masche. Eine Reihe ist eine Runde.
  2. Dunkles Kästchen ist L. Helles Kästchen ist B.
  3. Beginne unten rechts. Das ist Runde 1, Masche 1.
  4. Lies die Runde von rechts nach links.
  5. Die Strickschrift zeigt einen Rapport oder einige wenige. Wiederhole ihn über die ganze Runde.
  6. Wenn du die oberste Reihe gestrickt hast, beginnst du wieder bei Reihe 1.

In der Strickschrift oben strickst du Runde 1 so: 1 L, 3 B, wiederholen. Runde 2: nur B. Runde 3: 2 B, 1 L, 1 B, wiederholen. Runde 4: nur B. Die Laus in Runde 3 landet genau zwischen den beiden Läusen darunter. Mehr zu Strickschrift und Rapport findest du unter Anleitung und Strickschrift lesen.

Verschiedene Läusemuster

Versetzte Läuse

Die häufigste Variante. Jede Läuserunde ist um einen halben Rapport zur Seite verschoben, wie in der Strickschrift oben. Die Läuse liegen schräg zueinander, und die Fläche wirkt von allen Seiten gleichmäßig.

Läuse in gerader Linie

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Läuse in gerader Linie. Die Läuse sitzen genau übereinander, mit 3 Maschen Grundfarbe dazwischen.

Die Läuse sitzen genau übereinander. Das Muster wirkt grafischer und bildet deutliche senkrechte Punktreihen. Zähle besonders genau, denn eine Laus, die eine Masche danebenliegt, fällt sofort auf.

3, 4 oder 5 Maschen dazwischen

Der Abstand bestimmt, wie dicht die Fläche wird:

  • 3 Maschen dazwischen (Rapport über 4): dicht und deutlich. Passt für Mütze, Fäustlinge und schmale Felder.
  • 4 Maschen dazwischen (Rapport über 5): etwas luftiger. Geht bei Maschenzahlen auf, die durch 5 teilbar sind.
  • 5 Maschen dazwischen (Rapport über 6): locker verteilt. Die Spannfäden sind immer noch kurz genug, um ohne Einfangen zu liegen.
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Läuse mit 5 Maschen dazwischen, versetzt. Rapport über 6 Maschen und 4 Runden, zweimal nebeneinander gezeigt.

In der Höhe liegen meist 1 oder 3 Runden B zwischen den Läuserunden.

Doppelte Läuse

Manche Anleitungen sprechen von doppelten Läusen, wenn zwei Maschen L zusammenstehen. Sie können nebeneinander in derselben Runde stehen oder genau übereinander in zwei Runden. Die Läuse werden größer und sind auch aus der Entfernung zu sehen. Die Strickschrift in der Anleitung zeigt, welche Variante gemeint ist.

Läuse, wenn die Maschenzahl nicht aufgeht

Beim Stricken in Runden bilden die Runden eine Spirale. Geht die Maschenzahl nicht im Rapport auf, verschiebt sich das Muster mit jeder Runde von selbst. Das kannst du gezielt nutzen:

  1. Wähle eine Maschenzahl, bei der beim Teilen durch 4 ein Rest von 2 bleibt. Zum Beispiel 58 oder 62.
  2. Stricke *1 L, 3 B* die ganze Runde. Die Runde endet mit 1 L, 1 B.
  3. Stricke direkt in der nächsten Runde weiter, ohne den Rapport am Marker neu zu beginnen: 2 B, dann *1 L, 3 B*.
  4. Die Läuse der neuen Runde landen genau zwischen den Läusen darunter. So geht es Runde für Runde weiter.

So bekommst du versetzte Läuse, ohne nach Strickschrift zu zählen. Dasselbe passiert mit „1 L, 1 B“ über eine ungerade Maschenzahl, aber dann sitzen die Läuse so dicht, dass die Fläche kariert wirkt. Die Ärmel von Gingerbread nutzen denselben Kniff, mit Läusen über eine ungerade Maschenzahl. Probiere es zuerst an einer Maschenprobe aus, damit du siehst, ob die Verschiebung so wird, wie du sie haben willst.

Am Marker wird der Übergang etwas schief, weil die Runden eine Spirale bilden. Lege ihn unter den Ärmel oder an die Seite, wo er nicht auffällt.

Läusemuster in Reihen

Strickst du in Reihen, liest du die Hinreihe von rechts nach links und die Rückreihe von links nach rechts. Die Spannfäden müssen immer auf der Rückseite des Kleidungsstücks liegen. In den Rückreihen ist das die Seite, die zu dir zeigt.

Ein einfacher Kniff: Lege alle Läuserunden auf Hinreihen. Dann strickst du die Rückreihen nur mit B. In der Strickschrift oben sitzen die Läuse in Runde 1 und 3, die beide zu Hinreihen werden.

Häufige Fehler

  • Die Läuse werden klein und sinken ein. L ist zu straff gezogen. Ziehe die Maschen vor jeder Laus auseinander.
  • Die Läuse stehen heraus oder werden ungleichmäßig. L ist zu locker, oder du hältst die Fäden von Runde zu Runde unterschiedlich. Entscheide dich für eine Hand pro Farbe. Kleine Unregelmäßigkeiten gleichen sich aus, wenn das Teil gespannt wird. Siehe Spannen.
  • Straffe Rückseite, und die Fläche zieht sich zusammen. Die Spannfäden sind zu kurz. Wende das Gestrick auf links und stricke mit der Rückseite nach außen, dann liegen die Spannfäden außen und werden von selbst lang genug. Oder nimm im Läusefeld eine Nadelstärke dicker.
  • Die Farben scheinen die Plätze zu tauschen. Die Farbe, die den längsten Weg um die Nadel macht, wird etwas größer. Das ist oft der Faden in der linken Hand oder der untere Faden auf dem Finger. Tauschst du, welcher Faden wo liegt, tauschen auch die Farben ihre Wirkung. Halte L die ganze Zeit an derselben Stelle.
  • Eine Laus sitzt an der falschen Stelle. Setze für jeden Rapport einen Maschenmarkierer. Dann zählst du immer nur bis 4 oder 6. Eine einzelne Laus in der falschen Farbe kannst du hinterher im Maschenstich übersticken.
  • Schlaufen am Rundenbeginn. L hat geruht, ohne verdreht zu werden. Verdrehe den Faden jedes Mal mit B, wenn du eine neue Runde beginnst.

Garn und Farben

Die Läuse sind klein, also muss der Kontrast die Arbeit machen. Helligkeit zählt mehr als Farbe. Hellrosa auf Hellgrün verschwindet, obwohl die Farben verschieden sind. Dunkelbraun auf Karamell ist deutlich zu sehen.

  1. Lege die beiden Knäuel nebeneinander.
  2. Mach mit dem Handy ein Schwarz-Weiß-Foto.
  3. Sehen sie fast gleich grau aus, werden die Läuse undeutlich. Wähle ein helleres oder dunkleres L.

Nimm zwei Garne in derselben Stärke. Glatte Wolle gibt scharfe, runde Läuse. Gebürstetes Garn wie Mohair und Fluff gibt Läuse mit weichem Rand, bei denen die Farbe etwas in den Grund verläuft. Beides ist schön, aber die Wirkung ist eine ganz andere. Wollgarn mit etwas Griff hält die Spannfäden an ihrem Platz, sodass sie ruhiger auf der Rückseite liegen.

Die Fadenenden werden zum Schluss auf der Rückseite vernäht. Siehe Fäden unsichtbar vernähen.

CosyMonday-Anleitungen mit Läusemuster

Pullover

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